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Vom Groundpainting zur Urban Art: Einführung in die Ausstellung ABORIGINAL ART von Kurator Andreas Hoffer

25/02/2015

Die Aboriginal Kultur

Die Kultur der Ureinwohner Australiens, der Aboriginal-People, gilt als eine der ältesten noch existierenden der Welt. Die Aboriginal Art gibt es erst seit Beginn der 1970er Jahre. Wie passt das zusammen?

Krill Krill Zeremonie © Neil McLeod

Krill Krill Zeremonie © Neil McLeod

Die Kultur der Ureinwohner des Kontinents Australien, die sich bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, also bis zum Beginn der Kolonialisierung durch Weiße, über 30.000 Jahre entwickelte, ist eine Kultur, die unseren Vorstellungen von der Stellung des Menschen in der Natur diametral entgegengesetzt ist. Die vielen Völker und Stämme Australiens (noch ca. 400 – 700 Stämme Ende des 18. Jahrhunderts), entwickelten über 250 verschiedenen Sprachen. Heute werden nur mehr 30 davon aktiv gesprochen. Die Aboriginal-People gehen von einem Schöpfungsmythos aus, der sogenannten „Dreamtime“, in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbunden sind. Die Schöpfung wird als ein ewig andauernder Prozess verstanden. Der Mensch ist im Gefüge der Natur total eingebunden; nur durch die Sprache von anderen Geschöpfen und Lebewesen getrennt, gilt er als respektvoller Verkünder und Bewahrer der ewigen Schöpfung. Kein Lebewesen, keine Pflanze, kein Tier und auch kein Mensch erhebt sich über andere. Alles was die Menschen tun und hinterlassen ist flüchtig, nichts Materielles soll die Natur verändern, alles Wesentliche wird nur durch den Geist und die Sprache repräsentiert und nur mündlich wird der Kosmos des Wissens der Ureinwohner weitergegeben. Das Wissen ist aufgeteilt auf alle Menschen, die es wieder an die Nächsten weitergeben. Jeder Mensch ist also für einen Teil des immensen Wissens verantwortlich ­ das kann ein Baustein sein, der etwas aus der Geschichte der Ahnen beinhaltet, das Wissen um die Kraft einer bestimmten Pflanze, eines Handwerks, einer Route durch die Wüste, einer Wasserstelle und vieles mehr.

Diese Art der Wissensspeicherung hat man später „Dreaming“ genannt, vieles wurde auch in Liedform weitergegeben. Die „Dreamings“ bestimmen auch die persönlichen „Totems“, Zeichen, die zum Beispiel in der Körperbemalung eine Rolle spielen. Manche dieser „Dreamings“, besonders jene zu Riten und der Bedeutung der Ahnen sind besonders geheim und dürfen nur initiierten Stammesangehörigen zur Verfügung stehen.

Die Aboriginal-People waren Nomaden. Einige wenige sind es heute noch. Sie passen ihre Lebens- und Essgewohnheiten und ihre Jagdmethoden an die Umgebungen an, ganz gleich ob es das kalte und feuchte Hochland Tasmaniens oder das trockene und heiße Innere des Kontinents war. Sie bauen keine Häuser, weder Häuser zum Wohnen und Arbeiten, noch Gebetshäuser. Sie entwickelten keine Schrift. Sie haben nur das gejagt, was sie zum Leben brauchten und betrieben keine Vieh- und Pflanzenzucht. Sie lebten von dem, was die heilige Erde hergibt, ohne dass sie verletzt wird, wie zum Beispiel durch Pflanzungen. Die Erde ist gleichermaßen Ort der ewigen Schöpfung wie auch als Körper zu verstehen, dessen Zentrum (des Kontinents), der Bauchnabel der Welt, der heilige Berg Uluru ist. Jeder Eingriff in diese Erde ist eine Störung der heiligen Plätze und wird als „Körperverletzung“ erlebt.

Ground Paintings

Queene McKenzie Nakarra zeichnet in die Erde © Neil McLeod

Queene McKenzie Nakarra zeichnet in die Erde © Neil McLeod

Da es keine Häuser gab, gab es auch keine Bilder in unserem Sinne. Aber es wurden 25.000 – 40.000 Jahre alte Höhlenzeichnungen gefunden, auch wurde die Rinde von abgestorbenen Bäumen zum Bildträger (sogenannte „bark paintings“). Zu rituellen Festen bemalten sich die Aboriginal-People mit Farben aus der Natur, mit zerriebenem Ocker, mit Kreide, etc. Bei diesen religiösen Festen und Riten entstanden auch Bilder – Bilder, die zu besonderen Anlässen am Boden gelegt wurden, sogenannte „Ground Paintings“. Die Inhalte dieser Bilder sind immer mit den „Dreamings“, also mit Teilbereichen der Kultur und Ahnengeschichte, verbunden und ähnlich wie die Körperbemalungen höchst abstrahiert. Manche Symbole kehren dabei immer wieder. Was die vereinfachten Zeichen für Mensch, Tiere, Wasserstelle, etc. verbindet ist zumeist die Sicht von oben auf einen Teil der Natur. So entwickelte sich z.B. das Zeichen für einen sitzenden Menschen aus einem im Schneidersitz Sitzenden, gesehen aus der Vogelperspektive. Oder das Symbol für Wasserstelle sind die konzentrischen Kreise auf der Wasseroberfläche, die entstehen, wenn man einen Stein hineinwirft. Diese Sicht von oben, die fast alle Bildformen und Symbole verbindet, bedingt, dass alle Elemente des Lebens, ob Pflanzen, Tiere oder Menschen, aus der Distanz gesehen gleichwertig erscheinen, ein wesentliches Merkmal dieser ganzheitlichen Auffassung vom Leben.

Bei rituellen Handlungen wurden die Zeichen mit Federn, Samen und Pflanzen geformt und in den Sand gemalt. Nach dem Fest oder dem religiösen Ritus zogen die Menschen weiter und der nächste Windstoß ließ das Bild wieder vergehen.

Kolonialisierung

Diese Kultur, die sich Jahrtausende lang fast ohne äußere Einflüsse entwickeln konnte, wurde durch die Weißen, die das Land seit dem Ende des 18. Jahrhunderts eroberten, in ihren Grundfesten erschüttert und zerstört. Das Land wurde den Aboriginal-People genommen, Tausende wurden ermordet oder durch eingeschleppte Krankheitserreger getötet, ihre Kultur wurde nicht als Kultur wahrgenommen und schon gar nicht respektiert. Ganze Stämme wurden vertrieben, und später kam es zu einer verordneten Assimilierung. Ein besonders brutaler Versuch der Assimilierung wird erst seit Ende der 1990er Jahre von der australischen Gesellschaft aufgearbeitet: von den 1920er Jahren bis ca. 1970 trennten die Regierung und die christliche Kirche Tausende von Aboriginal-Kindern von ihren Eltern. Diese “gestohlene Generation” wurde bei Pflegefamilien und in Missionsstationen untergebracht, ein Trauma für eine ganze Generation, die brutal entwurzelt wurde und gleichzeitig nie als gleichberechtigter Teil der weißen Gesellschaft eine Chance bekam. Bis heute ist das Verhältnis der weißen Australier und der Aboriginal-People belastet, die Geschichte seit der Kolonialisierung ist kaum aufgearbeitet und der soziale Status der Aboriginal-People ungesichert. Entwurzelung, Alkohol- und Drogenkrankheiten, soziale Ausgrenzung und Arbeitslosigkeit sind für viele Aboriginal-People auch heute noch Realität. Die Aboriginal-People führen in den meisten Fällen ein Außenseiterleben in einer von den Weißen dominierten Welt. Es gibt in den letzten Jahren zwar einige Ansätze für eine Veränderung, aber unendlich viel Wissen dieser Kultur ist für immer verlorengegangen.

Die Anfänge der zeitgenössischen Aboriginal Art – Die Papunya Tula Künstlervereinigung

Aboriginal Künstler beim Anfertigen eines Dotpaintings © Michael Aird

Aboriginal Künstler beim Anfertigen eines Dotpaintings © Michael Aird

1971 kam der Kunsterzieher Geoffrey Bardon nach Alice Springs und arbeitete dort mit Aboriginal-People zusammen. Er regte Aboriginal-Schulkinder an ihre „Groundpaintings“ auf Leinwand malen, um somit etwas Bleibendes zu schaffen und vielleicht einen Beitrag zu leisten, damit traditionelles Wissen weiter besteht. Mit den Erwachsenen arbeitete Bardon an einem 10 x 3 Meter großen Gemeinschaftsbild für die Fassade der Papunya-Schule, das traditionelle „Dreamings“ zeigte. Es wurde später im Auftrag des Bildungsministeriums weiß (sic!) übermalt –es war damals undenkbar, dass „Aboriginal Art“ an einem öffentlichen Gebäude zu sehen ist. Es entstand aber daraus eine Kunstbewegung und bald wurde die Papunya Tula Künstlervereinigung gegründet. Damit wurde eine Basis für die Fortführung der Traditionen durch die Malerei geschaffen, die gleichzeitig den Ausgangspunkt für Neues darstellte. Die sogenannte „Dot-Technik“ (Linien und Konturen bestehen aus kleinen Punkten, die mit Ästen oder Pinselstielen getupft werden), die aus der Körper- und Bodenmalerei stammt, wurde zu einem der Charakteristika von Aboriginal Art dieser Region. Die Idee der Künstlervereinigung breitete sich im Lauf der 1970er Jahre auf andere Gemeinschaften aus. Das war der Beginn der zeitgenössischen Aboriginal Art. Die Künstler setzen sich zwar weiterhin mit ihren traditionellen Praktiken auseinander, sie verwenden jedoch immer häufiger neue Materialien, neue Inhalte und neue Medien.

Mathaman Marika, Gunguyuma Dhamarrandji Marrana, ca. 1963 Natürliche Erdpigmente auf Eukalyptusrinde 114 x 61 cm © Sammlung Essl Privatstiftung  Fotonachweis: Graham Baring, Melbourne

Mathaman Marika, Gunguyuma Dhamarrandji
Marrana, ca. 1963
Natürliche Erdpigmente auf Eukalyptusrinde
114 x 61 cm
© Sammlung Essl Privatstiftung
Fotonachweis: Graham Baring, Melbourne

Aboriginal Art wird sowohl aus spirituellen und künstlerischen, als auch aus wirtschaftlichen und politischen Motiven gemacht. Die Medien reichen heute von Rindenmalerei, Malerei mit natürlichen Erdpigmenten bis hin zur Acrylmalerei, Photographie, Video- und Multi-Media-Objekten. Dabei gibt es ein weites Spektrum an Stilen, regionalen Einflüssen und Qualitäten – manche Aboriginal-People erzeugen auch Bilder ganz gezielt für den touristischen Verkauf. In den nördlichen Gegenden Australiens ist das Herstellen der Malmaterialien genauso wichtig wie der Akt des Malens oder die Auswahl der Motive: Das Ablösen der Rinde von Eukalyptusbäumen, das Vorbereiten auf dem Feuer, das Glätten zum Bemalen und das Gewinnen der Ockerfarben aus der Erde ist ein zentraler, arbeitsintensiver Prozess. In anderen Aboriginal-Gemeinschaften sind die Künstler freier in ihrer Arbeitsweise und in der Verwendung von Materialien – sie benutzen häufig Leinwände und Acrylfarben, sei es in Erdtönen oder in nicht traditionellen Farben. Aboriginal-Künstler verkaufen ihre Werke meist über die Culture Center, die Künstlergemeinschaften, aber auch über städtische Galerien. Einige Künstler nennen die kommerziellen Werke „reisende” Bilder, da sie die Siedlungen verlassen.

Die Symbolik und der direkte Zugang zum Malen einer „Geschichte“ stammen ursprünglich von den Motiven der Höhlen-, Boden- und Körperbemalungen der Aboriginal People. Die Aboriginal Art basiert auf kultureller Tradition und ist von spiritueller Qualität und Beständigkeit gekennzeichnet; spezifische Symbole, Materialien und Zeremonien werden für die Bilder verwendet. Geschichten werden erzählt und nacherzählt, wobei sie sich durch das Wiedererzählen und durch die Rezeption verschiedener Generationen und Bevölkerungsgruppen verändern und erneuern. Aus diesen ererbten Traditionen und regionalen Einflüssen haben Künstlerinnen und Künstler im Laufe der Jahre ihre ganz eigenen Handschriften entwickelt. Sie benutzen zum Teil sehr frei die Dot-Technik, experimentieren mit dem Formenvokabular, reihen z.B. seriell Wasserloch an Wasserloch, mischen die klassische Vogelperspektive mit der Frontalansicht wie z.B. Queenie McKenzie Nakarra, oder kommen von der tradierten Bilderzählung in nur wenigen Jahren zu beeindruckender Abstraktion wie Emily Kame Kngwarreye. Diese Künstlerin hat im hohen Alter von über achtzig Jahren gezeigt, welche Kraft Malerei haben kann und wie eine Künstlerin, ausgehend von ihrem „Dreaming“, dem Wissen um die Yam-Wurzel, zu außergewöhnlichen zeitgenössischen künstlerischen Lösungen gelangen kann.

Heute, vierzig Jahre nach dem „Beginn“ der zeitgenössischen Aboriginal Art hat sich gezeigt, dass das große Potential dieser Kunst nicht nur in der von Weißen dominierten Gesellschaft Australiens gesehen wird, sondern auch international viel Beachtung bekommt. Weltweit wird Aboriginal Art gesammelt. Die großen Museen Australiens besitzen Sammlungen von Aboriginal Art, eigene Galerien und Museen wurden gegründet, heute ist diese Kunst scheinbar unverzichtbarer Bestandteil der australischen kulturellen Identität – wer hätte das zu Beginn der 1970er Jahre gedacht, es wäre unvorstellbar gewesen. Es hat also durchaus ein Paradigmen Wechsel stattgefunden. Auf die gesellschaftliche und soziale Situation der Aboriginal-People aber hat diese Entwicklung leider wenige Auswirkungen. Allerdings hat sich gezeigt, dass die Kunst sehr wohl sichtbare Zeichen setzen und die Lebenssituation der Künstlerinnen und Künstler verändern, vielleicht auch verbessern kann.

Urban Artists

Richard Bell, It wasn't me, 2003, © the artist, Foto: Mischa Nawrata, Wien

Richard Bell, It wasn’t me, 2003, © the artist, Foto: Mischa Nawrata, Wien

Richard Bell ist einer der momentan bekanntesten Aboriginal Artists, ein kritischer politischer Künstler, der sich mit der unaufgearbeiteten Geschichte und dem belasteten Verhältnis von weißen Australiern und Aboriginal-People beschäftigt. Für ihn besteht ein Grundproblem von Aboriginal Art allerdings darin, dass diese Kunst zwar von Aboriginal- People erzeugt, aber ausschließlich für Weiße gemacht wird – denn im Grunde genommen widerspricht der Gedanke etwas „Bleibendes“ als Kunst zu schaffen, das außerdem einen Marktwert besitzt, der Aboriginal Kultur diametral. Bell sieht sich viel mehr als sogenannter „Urban Artist“, der seine gesellschaftskritischen Inhalte in einer zeitgenössischen globalisierten Kunst-Sprache vermittelt, die im urbanen Kontext wahrgenommen wird.

Hier kommen wir zu einem Zwiespalt besonders von junger zeitgenössischer Arboriginal Art in den Städten, der sogenannten „Urban Art“. Je mehr sie sich von traditionellen Inhalten und Formen entfernt, je mehr der Alltag mit all seinen Problemen, aber auch (irdischen) Freuden die spirituellen Themen verdrängt, sich also oft Inhalte und ihre künstlerische Umsetzung ­zumindest bei jungen Urban Artists­ kaum von jenen weißer Künstler unterscheidet, desto verwechselbarer wird diese Kunst. Ein Großteil des Publikums erwartet aber von Aboriginal Art das Unverwechselbare, Spirituelle, die Erdfarben, die traditionellen Formen und Techniken, ein schwer zu lösendes Dilemma für diese junge Kunstrichtung. Vielleicht hat Emily Kame Kngwarreye als über achtzigjährige Künstlerin einen Weg aufgezeigt, bei den ganz eigenen Themen zu bleiben und mit unglaublicher schöpferischer Kraft sich weit über das ihr Bekannte hinauszuwagen – etwas, das gute Kunst immer ausgezeichnet hat.

Auszug aus dem Ausstellungsbegleiter zur Ausstellung ABORIGINAL ART.

Die Ausstellung ABORIGINAL ART ist vom 30. Jänner bis 16. August im Essl Museum zu sehen.

OFF-SPACE / ON-SPACE: emerging artists in Malerei und Grafik

03/02/2015

Nicht nur das Essl Museum hat sich mit der Ausstellung “die zukunft der malerei” vorgenommen, den Zustand der Malerei und Grafik in Österreich zu untersuchen.Sogenannte “emerging artists” zu zeigen wird oft als Aufgabe von “artist-run spaces”, im deutschen Sprachraum “Offspaces” genannt, verstanden.

Ein Offspace, der sich vor allem auch in der Theorie immer wieder mit emerging artists Malerei auseinandersetzt ist das mo.ë in der Thelemangasse in Hernals. Situiert in der ehemaligen k.u.k. Medaillenfabrik Mandelbaum in der Nähe des Brunnenmarkts, versteht sich das mo.ë als “ein Experiment in Sorgfalt”. Nicht nur als Veranstaltungs- und Ausstellungszentrum ist das mo.ë ein wichtiger Impulsgeber der Szene, als Atelierhaus bietet es außerdem mehreren KünstlerInnen verschiedenster Sparten Platz zum Arbeiten und lädt mit einem internationalen Artists-in-Residence Programm KünstlerInnen nach Wien ein.

Beyond MimesisEiner der kreativen Köpfe hinter mo.ë ist der Künstler und Kurator Christian Bazant-Hegemark, der in der Ausstellung “Import/Export”, die am 3. Februar 2015 im mo.ë eröffnet wird, die Grenzen des Medienbegriffes der Malerei auslotet. Ihm geht es in seiner Auswahl um einen avantgardistischen Ansatz, er versteht Malerei als Medium, das ständig hinterfragt und überschritten werden darf und auch soll. Christian Bazant-Hegemark beschäftigt sich seit seiner Studienzeit mit emerging painting und dokumentiert Atelierbesuche, Künstlergespräche und Ausstellungen auf seinem Blog Beyond Mimesis.

Die Ausstellung zeigt Werke von  Sophie DvořákTheresa EipeldauerMatthias Peyker und David Zeller und wird am 3. Februar um 19.00 Uhr eröffnet.

In Kooperation zwischen mo.ë und Essl Museum findet eine Veranstaltungsserie statt:
OFF-SPACE/ON-SPACE: emerging artists in Malerei und Grafik
2 Ausstellungsorte, ein Offspace Projektraum und ein etablierter Museumsbetrieb, beide auf der Suche nach dem Zustand der Malerei. An zwei Terminen finden sie zusammen: Künstler und Kurator Christian Bazant-Hegemark (mo.ë) und Kurator Günther Oberhollenzer (Essl Museum) ergründen mit KünstlerInnen und dem anwesenden Publikum die kuratorische Praxis und die Rolle der ausgewählten Künstlerpositionen.

Wie kann eine Ausstellung einen Künstler fördern? Was können Offspace und Museum voneinander lernen? Wie nähern sich diese so unterschiedlichen Protagonisten im Kunstbetrieb künstlerischen Fragestellungen und Tendenzen? Welche Gemeinsamkeiten oder auch Unterschiede lassen sich ausmachen?
Eine offene Diskussion vor dem Hintergrund zweier emerging artists Ausstellungen.

 ALLE TERMINE IM ÜBERLICK

  • Di, 03. Februar 2015, 19.00 Uhr: Eröffnung Import/Export im mo.ë
  • Mi, 04. Februar 2015, 19.00 Uhr im Rahmen der Ausstellung IMPORT / EXPORT im mo.ë, Thelemangasse 4/1, 1170 Wien
  • Mi, 11. Februar 2015 ,19.00 Uhr im Rahmen der Ausstellung DIE ZUKUNFT DER MALEREI im Essl Museum, An der Donau-Au 1, 3400 Klosterneuburg

 EINTRITT FREI!
http://www.moe-vienna.org           http://www.essl.museum 

Nachruf auf Yvonne Weiler

02/02/2015

Wir trauern um unsere geschätzte Freundin Yvonne Weiler, die vor wenigen Tagen leider viel zu früh verstorben ist.

Yvonne Weiler hat uns tief beeindruckt durch ihre Vision, das Werk ihres verstorbenen Mannes Max Weiler international neu sichtbar zu machen und die Aktualität dieser singulären österreichischen Malereiposition durch wissenschaftliche Forschungen und Ausstellungen zu verdeutlichen. Dabei verlangte sie nicht nur von allen Beteiligten einen großen Einsatz, sondern forderte von sich selbst am allermeisten, das Bestmögliche für das Werk von Max Weiler zu erreichen. Und ihre Erfolge waren beeindruckend.

Wir sind ihr dankbar für das große Vertrauen, das sie uns beim Aufbau der Sammlung mit Werken von Max Weiler entgegengebracht hat. Bald war da viel mehr als nur professionelle Verbundenheit. Wir und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums hatten Yvonne Weiler über die Jahre schätzen gelernt. Die große Ausstellung „Max Weiler. Die Natur der Malerei“ im Essl Museum im Jahr 2010 war wohl der Höhepunkt unserer Zusammenarbeit, vielmehr aber vertiefte sich seither auch unsere Freundschaft. Gerade in den vergangenen fünf Jahren ist uns Yvonne Weiler immer mehr ans Herz gewachsen. Sie nahm sich Zeit für uns, besuchte nahezu jede unserer Ausstellungseröffnungen, war eine unverzichtbare Gesprächspartnerin, zeigte besonders an jungen Künstlerinnen und Künstlern großes Interesse, die sie auch immer wieder unterstützte, und stand mit Rat und Tat zur Seite. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums kannte sie persönlich, einigen war sie in Freundschaft verbunden. Viele schöne Momente waren es, die wir mit ihr teilen durften.

Yvonne Weiler und Agnes Essl vor einem Werk von Max Weiler. Foto: Essl Museum

Yvonne Weiler und Agnes Essl vor einem Werk von Max Weiler. Foto: Essl Museum

Als treue Freundin hat sie es sich nicht nehmen lassen, stets ein gutes Wort für uns zu haben und dies sogar in der Öffentlichkeit zu vertreten, auch in schwierigen Zeiten. Beeindruckt hat sie uns immer wieder mit ihrem großen Wissen. Kaum jemand konnte über die österreichische Kunst im internationalen Kontext so detailliert berichten, so viele Zusammenhänge verdeutlichen und so gut erzählen. Kaum jemand war in so unermüdlichem Einsatz, die Menschen für Kunst zu begeistern, so gut vernetzt und professionell. Trotz alledem war sie bescheiden. Im Mittelpunkt stand stets das Werk Max Weilers.

Kurz vor Weihnachten besuchte sie uns im Museum. Wir haben sie im Rahmen des Weihnachtsspecials unserer Kunstvermittlung eingeladen und sie gab uns die Ehre, zu kommen. Obwohl es ihr aufgrund der schweren Krankheit sicher nicht mehr leicht gefallen ist, hat sie sich – wie auch in den Monaten davor – nichts anmerken lassen und uns mit ihrer wunderbaren und positiven Art noch ein letztes Mal berührt.

Yvonne Weiler hat ihr Leben ohne jeden Kompromiss der Kunst gewidmet. Sie war eine Grande Dame, beispiellos, großzügig, mutig und offenherzig.

Wir werden sie sehr vermissen.

Agnes und Karlheinz Essl und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Essl Museums

“Ich habe mit offenen Augen geträumt…” Karlheinz Essl zur “Aboriginal Art”

21/01/2015

Der Sammler Karlheinz Essl hat Australien mehrfach ausgedehnt bereist (2001, 2003 und 2013) und war jedes Mal aufs Neue von der spirituellen Kraft dieser Kunst fasziniert.

Es ist nicht falsch zu sagen, dass die Welt, in der wir leben, in menschlicher Hinsicht ein oft kalter Platz ist. Diese Erfahrung habe ich leider sehr oft gemacht und jeder, der diese Zeilen liest, hat sie ebenso gemacht. In meinem Leben als Sammler habe ich immer wieder Künstlerinnen und Künstler getroffen, die notwendigerweise Kritik an der Beschaffenheit dieser unserer Gesellschaft, die zu sehr auf schnellen Erfolg ausgerichtet ist, üben. Manche Künstler haben dieser Kritik ihr Leben gewidmet, manche haben Lösungen aufgezeigt, manche sind daran zerbrochen. Künstler sind Pioniere, die mehr sehen als die meisten anderen Menschen. Mehr Leid, mehr Abgründe, mehr Schrecknisse, mehr Gefahren, ebenso aber auch mehr Sinn, mehr Möglichkeiten, mehr Hoffnung.

Heiliger Berg Uluru; Foto: Fotolia.com © Ina van Hateren

Heiliger Berg Uluru; Foto: Fotolia.com © Ina van Hateren

 

Ich vertrete die Meinung, dass Kunst Sinn im Leben stiftet, und dass wir ohne Kunst kein gutes Leben führen können.

Ich vertrete die Meinung, dass Kunst Sinn im Leben stiftet, und dass wir ohne Kunst kein gutes Leben führen können. Für mich ist die Kunst immer jene Konstante im Leben gewesen, an der ich mich festgehalten habe. Auf der ganzen Welt habe ich faszinierende Kunstschaffende und Kunstwerke erlebt. Aber an keinem anderen Ort habe ich die Kraft, die dem menschlichen Ausdruck entspringt, das Mysterium unserer menschlichen Natur und die Schönheit des Daseins so sehr verspürt wie bei den Aboriginal People in Australien. Nirgendwo anders habe ich so viel Respekt erlebt, so viel Würde und so viel Verständnis für die Natur und das Menschsein. Nirgendwo anders ist die Kunst so sehr eine Quelle der Spiritualität. Als ich in Australien war, habe ich mit offenen Augen geträumt. Und wenn ich heute die Kunst der Aboriginal People betrachte, so sehe ich diese Träume wieder.

Landschaft im australischen Outback; Foto: Fotolia.com © jovannig

Landschaft im australischen Outback; Foto: Fotolia.com © jovannig

Australien war für mich immer ein Kontinent mit Rätseln. Im Laufe meines Lebens habe ich viel gehört, viel gelesen über diesen Kontinent, der so weit weg von allen anderen ist. Als ich dann im Jahr 2000 zum ersten Mal dorthin gereist bin, habe ich, wie bei vielen anderen Reisen auch, die bedeutenden Museen besucht. Die historischen Werke – englische Kunst aus den Jahrhunderten der Kolonialisierung – waren nur mäßig interessant. Sofort aber berührte mich die Kunst jener Menschen, die diesen Kontinent schon seit Jahrtausenden bewohnen, die Aboriginal People.

Darby Jampijinpa Ross mit einem Werk, Yuendumu © Neil McLeod

Darby Jampijinpa Ross mit einem Werk, Yuendumu © Neil McLeod

Ich änderte all meine Reisepläne und begann, mich in die Aboriginal Art zu vertiefen, die seit den 1970er Jahren in Australien auch offiziell eine wichtige Rolle in der Kultur spielt. Ich sah Kunstwerke, die mich, ob ihrer Ausstrahlung derart berührten, dass ich ohne Umschweife beschloss, selbst eine Sammlung von Aboriginal Art anzulegen. Ich habe dies in Abstimmung mit den Menschen vor Ort gemacht, mit den Kulturzentren der Aboriginal People und den Ältesten, die eine zentrale Rolle im sozialen Leben von Gemeinschaften dort einnehmen. Unser gemeinsames Ziel war es, weit weg von Australien, der Aboriginal Art einen permanenten Platz zu geben, wie eine Botschaft, eine Anlaufstelle, ein Ort der Kommunikation, und sie vielen Menschen zu zeigen und zugänglich zu machen.

Aboriginal-Künstler beim Anfertigen eines Dotpaintings © Michael Aird

Aboriginal-Künstler beim Anfertigen eines Dotpaintings © Michael Aird

Im Jahr 2003 führte mich eine weitere vertiefende Reise in jene Gegenden, die touristisch nicht zugänglich sind. Die leidvolle Geschichte der Aboriginal People berührte mich zutiefst. Trotz der Grausamkeiten, die diesen Menschen im Zuge der Kolonialisierung angetan wurden – man betrachtete sie als Freiwild, misshandelte und tötete sie, enteignete sie, entweihte ihre heiligen Plätze, versuchte sie mit Zwang an die Konsumwelt anzupassen – ist noch immer ein Teil dieser Kultur erhalten. Ich begann die Kunst der Aboriginal People zu verstehen, je mehr ich mich auf sie einließ. Sie erzählt uns unter anderem von heiligen Orten, von den Walkabouts – Wanderungen durch die Landschaft – und von Dreamings, deren Inhalte geheim sind und nur für deren Inhaber gedacht das Wissen der Ahnen weitergeben. Die Kunst der Aboriginal People vertritt eine ganzheitliche Auffassung vom Leben, sie berührt Dinge, die älter sind als das meiste Wissen, das wir auf der Welt haben. Ich habe in dieser Kunst eine spirituelle Kraft gefunden, die wir in unserer rein auf schnellen Erfolg ausgerichteten Welt verloren haben. Wenn wir sie betrachten, öffnet sich ihr Kosmos für uns ein Stück.

Vorwort zum Ausstellungsbegleiter “ABORIGINAL ART”. Der Ausstellungsbegleiter ist im Bookshop und an der Kassa des Essl Museums um 9,90 EUR zu erstehen.

Die Ausstellung “ABORIGINAL ART” wird am Donnerstag, den 29. Jänner um 19.30 Uhr im Beisein des australischen Botschafters, S.E. David Stuart, eröffnet.

Von der Liebe zur Kunst

04/12/2014

Günther Oberhollenzer, Kurator am Essl Museum, schreibt in seinem im Limbus-Verlag kürzlich erschienen Essayband “Von der Liebe zur Kunst”  darüber, warum es unser Leben so bereichert, wenn man sich auf die Kunst einlässt. Sein Essayband wird am Donnerstag, den 11. Dezember um 19.00 Uhr im MUSA präsentiert.

Günther Oberhollenzer, Foto: © Sageder/VDG.at

Günther Oberhollenzer, Foto: © Sageder/VDG.at

KÖNNEN WIR KUNST VERSTEHEN?

Auszug aus dem Buch von Günther Oberhollenzer „Von der Liebe zur Kunst – Warum es unser Leben so bereichert, sich auf sie einzulassen “, Limbus 2014

Wir werden nicht mit einem Verständnis für zeitgenössische Kunst geboren – auch wenn manche Kunstkritiker und Kuratoren diesen Eindruck vermitteln. Hören wir ihnen bei Eröffnungsreden, in Diskussionen und Interviews zu oder lesen wir in Katalogbeiträgen und Zeitschriften ihre Texte, glauben wir bisweilen, sie wüssten schon seit Kindertagen, dass dieser oder jener zeitgenössische Künstler von großer Bedeutung ist und sein Werk eine unschätzbare Bereicherung für Kunst und Kunstgeschichte darstellt. Den Ausführungen haftet oft etwas scheinbar Objektives, ja Allgemeingültiges an. Ihre intellektuelle Sprache ist wissend und abgeklärt, ihr Auftreten nüchtern und emotionslos. Keine Zweifel klingen durch. Kein Ringen mit schwierigen (sprich provokanten oder konzeptionellen) Positionen. Man übt sich in ironischer Distanz bis hin zur arroganten Attitüde, nach dem Motto: Mich kann nichts mehr erschüttern oder überraschen, ich habe alles schon gesehen. Das muss langweilig sein.

Günther Oberhollenzer, Von der Liebe zur Kunst, erschienen im Limbus-Verlag, Innsbruck 2014 Gebunden mit Lesebändchen. 176 Seiten Preis: 13,– € (A/D) ISBN 978-3-99039-036-8 www.limbusverlag.at

Günther Oberhollenzer, Von der Liebe zur Kunst, erschienen im Limbus-Verlag, Innsbruck 2014 Gebunden mit Lesebändchen. 176 Seiten Preis: 13,– € (A/D) ISBN 978-3-99039-036-8 http://www.limbusverlag.at

Wo bleibt die Leidenschaft? Die Hingabe, der Glaube an die Sache? Sollten wir nicht mit Begeisterung über Kunst sprechen, das Risiko in Kauf nehmend, sich damit zu exponieren oder einmal völlig danebenzuliegen? Ist es nicht schöner, für etwas zu brennen und das auch zu zeigen, als vorsichtig jedes Wort abzuwägen, zu versuchen, jede These kunsthistorisch zu untermauern und die eigenen Gedanken hinter theoretischen Exkursen und geschliffenen Satzkonstruktionen zu verschleiern? Es gibt sie, die leidenschaftlichen Menschen im Kunstbetrieb. Aber wieso tut man sich so schwer, diese Begeisterung unverblümt zu zeigen? Weil man sich angreifbar macht, wenn man Kunst mit Emotionen in Verbindung bringt? Natürlich ist das nicht immer möglich, denn manchmal ist eine etwas nüchterne, fachlich ausgewogene Form sinnvoll und ein subjektiver Gefühlsausbruch wenig zielführend und erwünscht. Gegen eine ernsthafte, intellektuell vertiefende Betrachtung eines Kunstwerks oder einer künstlerischen Position ist auch nichts einzuwenden. Doch wenn ich heute manchen Eröffnungsrednern zuhöre, wundert es mich nicht, dass viele Menschen damit nichts anfangen können.

Ich erlebe den Umgang mit und das Betrachten von zeitgenössischer Kunst oft wie die eines elitären Zirkels, dem nur Kenner und Wissende angehören können – eine kleine, eingeschworene Gruppe, die der Kunst einen intellektuellen Überbau und so auch eine Aura des Bedeutsamen, des Unantastbaren verleiht, bestehend aus Inhalten, die nur für diese erwählte Minderheit erschließbar sind. Liest man manche Katalogessays, beschleicht einen das Gefühl, hier wird den Lesern nicht Kunst vermittelt, sondern entrückt – weit weg, in eine andere Sphäre mit exklusivem Zugang. Wir Kuratoren müssen weg von unserem Elfenbeinturm-Denken. Wie von einer Panoramawarte aus betrachten wir das künstlerische Schaffen, teilen ein und katalogisieren, bewerten und analysieren – und das natürlich mit größtmöglicher Distanz und sprachlicher Nüchternheit, als würden wir ein physikalisches Experiment oder eine mathematische Formel beschreiben. Dabei handelt es sich bei Kunst doch um ein visuelles Medium, das unsere Sinne anspricht und, nachdem es als Bild auf die Netzhaut getroffen ist, sich seinen Weg in unseren Geist, Verstand und – ja, ich wage es zu schreiben – auch unser Herz bahnen soll.

(…)

www.liebezurkunst.com

DIE KUNST DER PARTIZIPATION – Über die Möglichkeiten und den Stellenwert der Kunstvermittlung an Museen

20/11/2014
Abstimmung im Depot: Welches Werk darf mit in die Ausstellung? Foto: Peter Kuffner

Von Karin Altmann und Mela Maresch

Immer wieder gibt es Debatten um den Stellenwert von Kunstvermittlung. KunstvermittlerInnen werden, wie vor kurzem in einem Kommentar in der Tageszeitung „Der Standard“ von einer Vermittlerin beschrieben, in Museen oft wie KunstbetriebsmitarbeiterInnen der 3. Klasse behandelt. Dabei machen sie eine wertvolle und unwiederbringliche Arbeit für die Gesellschaft und stellen ein Verbindungsglied zwischen Publikum und Kunst dar. Manchmal ist es sogar möglich, dass KunstvermittlerInnen egalitär in einem Museum mitarbeiten können. Dann geht ihre Arbeit weit über die klassische Vermittlung hinaus und das Publikum kann partizipieren. Ein Beispiel dafür ist die aktuelle Ausstellung >weltenbummler. abenteuer kunst< der Kunstvermittlung des Essl Museums. Diese beschäftigt sich mit Aspekten von partizipatorischer Museumsarbeit, der Einbindung von BesucherInnengruppen in Planung, Konzeption und Vermittlung von Museumsausstellungen. Nach >Festival der Tiere< (2011) und >LIKE IT!< (2013) ist es das dritte Ausstellungsprojekt des Essl Museums, das Partizipation großschreibt. Weiterlesen…

Wenn einer eine Reise tut… #meinabenteuer mit der Kunst

07/11/2014
Ein gemeinsames Abenteurbild entsteht im Atelier (c) Essl Museum

Wenn Sie an “Abenteuer” denken, was fällt Ihnen da ein?

Mit einem Segelboot in der Karibik unterwegs sein, Käfigtauchen mit Haien vielleicht oder in den Weltraum fliegen?

Würde das Essl Museum eine Quizshow veranstalten, dann würden wir jetzt sagen: “Wir haben 100 Kinder gefragt…”. Die Ausstellung >weltenbummler. abenteuer kunst<, die dieses Wochenende am 8. November im Rahmen eines zweitägigen Open House (also: Eintritt frei!) eröffnet wird, spürt Wünschen und Sehnsüchten nach und begibt sich auf die Suche nach den wahren Abenteuern. Und die sind bekanntlich im Kopf.

In einem gemeinsamen Projekt mit 4 Schulklassen entstand eine ungewöhnliche Ausstellung. Ausgehend von Gesprächen mit den teilnehmenden Schülern wurde das Thema “Abenteuer” erörtert und die Kinder malten ihr ganz persönliches Abenteuerbild. Die gemalten Bilder waren der Ausgangspunkt, um sich dem Thema zu nähern und in der Kunst die eigenen Abenteuer wiederzufinden. So entstand eine Auswahl an Werken aus der Sammlung Essl, die die Kinder im Depot des Essl Museums auch besichtigten. Schließlich betätigten sich die Kinder auch als Kuratoren der Ausstellung, um den Besuchern des Museums ihre Abenteuer näher zu bringen.

Dabei geht es recht klassisch zu den Pyramiden, nach Paris oder New York, auf Safari, zum Klettern und auch, ja, in den Weltraum. Oder ganz fantasievoll auf ein Piratenschiff, zu Zombies und Drachen (die im Mittelalter leben), zu einem Kampf zwischen einem Dinosaurier und einer Riesenkobra am italienischen Strand, zu einer Zeitreise ins Jahr 3112 oder ins Muffin-Schlaraffenland. Vergnügungsparks sind großartig, der Wald ist ohnehin der beste Abenteuerspielplatz und daheim ist es sowieso am schönsten! Sehr berührend ist es, wenn die Wünsche an das große Abenteuer verhältnismäßig bescheiden und immateriel ausfallen: Spielen mit Freunden, Schaukeln im eigenen Garten, ein Familienfest im Heimatland, Verwandte besuchen…

Die Abenteuer, die sich in der Ausstellung >weltenbummler. abenteuer kunst< wiederfinden rangieren von ganz großen bis zu kleinen Wünschen. Und zeigen uns, dass ein Abenteuer immer nur das ist, was man daraus macht. Oder umgekehrt: Das alles ein Abenteuer sein kann, wenn man nur mit offenen Augen durch die Welt geht.

 

Erweitern Sie unsere Welt mit Ihren Ideen! #meinabenteuer

Erzählen Sie von einem realen Weltenbummler-Erlebnis oder einem Ihrer Fantasie entsprungenen Abenteuer.

Posten Sie auf Facebook und Twitter unter dem hashtag #meinabenteuer, schreiben Sie einen eigenen Blogbeitrag oder posten Sie hier in den Kommentaren am Essl Museum Blog, oder verewigen Sie Ihr Abenteuer  auf der Weltkarte in der Ausstellung! Wir freuen uns auch über Bilder oder Fotos, die Ihr Abenteuer illustrieren!

>weltenbummler. abenteuer kunst< ist ein besucherbeteiligendes Ausstellungsprojekt. In Planung, Konzeption und Vermittlung waren und sind Besucher involviert. Die Ausstellung ist noch bis Februar 2015 im Essl Museum zu sehen. Der zur Ausstellung erschienene Ausstellungsbegleiter ist hier online anzusehen.

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