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stARTcamp am 23. Oktober 2014 im Essl Museum: Quo vadis, Social Media?

20/10/2014

Am 23. Oktober 2014 wird das zweite stARTcamp Wiens im Essl Museum stattfinden. Thema diesmal bei der sogenannten “Unkonferenz”: Digitale Erlebnisräume für den Kunst- und Kulturbereich. Das Essl Museum freut sich heuer als Gastgeber die Räumlichkeiten zur Verfügung stellen zu können. Barbara Royc, Leiterin des Bereich Marketings und für Social Media im Essl Museum verantwortlich, hat nochmals alle Fakten zusammengefasst und sich mit Kollegen über ihre persönlichen Erfahrungen mit dem letzten stARTcamp und deren Erwartungshaltungen ausgetauscht.

Als ich letztes Jahr beim ersten Wiener stARTcamp in der Kunsthalle Wien teilnahm, wußte ich eigentlich nicht genau, was mich erwartet. Mir war das barcamp Konzept gänzlich unbekannt. Ich war positiv von dem Format überrascht und bin mit einem Kopf voller Anregungen und neuer Ideen nach Hause gefahren.

stARTcamp 2014Was ist den nun eigentlich ein stARTcamp?

Ein stARTcamp kann man mit dem Wort “Unkonferenz” umschreiben: Im Gegensatz zur klassischen Tagung geht es nicht um Frontalbelehrungen mit Keynote Speakern, sondern um eine Zusammenkunft von Leuten die sich zum Thema Social Media und digitale Technologien austauschen. So ist ein stARTcamp nicht nur eine gute Gelegenheit praxisnahe Beispiele kennenzulernen, sondern auch ein interessantes Networking Event.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde werden im Plenum Themen gesammelt. Jeder der Teilnehmer kann eine Session übernehmen, dabei ist der Sessionleiter oft mehr eine Art Gruppenmoderator. Nach der Themensammlung geht es in medias res: Aus 2-3 zum selben Zeitpunkt stattfindenden Sessions kann sich so jeder seine Favoriten zusammensuchen, das Plenum teilt sich. So entsteht ein buntes, individuelles Tagesprogramm, bei dem jeder gefragt ist, aktiv seine Erfahrungen einzubringen.

Worum geht es?

Heuer ist das stARTcamp Wien lose dem Überthema “Digitale Erlebnisräume” unterstellt: Digitale Erlebnisräume, das sind Orte, die digital “aufgeladen” sind und durch Augmented Reality, iBeacon Technologien, Apps, QR Codes oder ähnlichem und natürlich den dazugehörigen guten Inhalten reale Orte virtuell erschließen. Gerade für den Kulturbereich tun sich in diese Richtung spannende Möglichkeiten auf: So könnte jeder Besucher bereits am Eingang eine Willkommens-Nachricht mit den tagesaktuellen Events auf sein Smartphone bekommen oder sich in einer Ausstellung zusätzliche Informationen senden lassen. Auf einer praxisnahen Ebene geht es außerdem um alle Besonderheiten, die Kunst- und Kulturbetriebe betreffen: Wie nutzen wir unseren Content, wie erzählen wir mitreißende Geschichten und wie holen wir das beste aus unseren Social Media Aktivitäten heraus?

The Hard Facts:

Resttickets gibt es noch um EUR 25,– unter http://de.amiando.com/UKARWCM.html
Der Betrag deckt Unkosten, so zum Beispiel die Verpflegung: Für Kaffee, Getränke und Mittagessen ist gesorgt.

wann: Donnerstag, 23. Oktober 2014, 09.00 – 17.30 Uhr

wo: Essl Museum, An der Donau-Au 1, 3400 Klosterneuburg (Um 9.00 Uhr fährt ein kostenloser Shuttle-Bus von der Albertina (Albertinaplatz) zum Essl Museum, wer mitfahren möchte, soll sich bitte anmelden: Tel: 02243 / 370 50 150 )

Sessionvorschläge einsehen oder selber machen: Sessions

Auf Twitter: Mitreden:  #scvie Follow: @scvie

Die Registrierung und das Meet & Greet beginnt ab 9.00 Uhr, die Zeit bis alle eingetroffen sind kann man wunderbar nutzen um Kaffee zu trinken, mit anderen Teilnehmern ins Gespräch zu kommen oder sich die aktuelle Ausstellung >die zukunft der malerei< im Essl Museum anzusehen.

Das stARTcamp steht und fällt mit den Inputs der Teilnehmer. Besonders erfreulich ist, dass viele Teilnehmer aus dem letzten stARTcamp wieder kommen. Ich wollte wissen, wie andere Kollegen das letzte stARTcamp erlebt haben und was sie sich heuer erwarten:

Die Österreich-Premiere des stARTcamps 2013 in der Kunsthalle Wien war zugleich auch für mich Barcamp-Premiere. Ich wollte diese Art von Event unbedingt einmal live miterleben. Daher erfolgte die Teilnahme einerseits aus reiner Neugier. Andererseits erhoffte ich mir natürlich auch brauchbaren Input für die strategische Planung, da die Social-Media-Auftritte unserer Museen in meinem Referat organisiert und koordiniert werden. In dieser Hinsicht erfüllten sich meine Erwartungen durchaus. Vor allem die Vorträge von Frank Tentler und Markus Kucborski blieben mir in Erinnerung. Darüber hinaus sind solche Veranstaltungen eine ideale Plattform zum Austauschen und Netzwerken. Insofern freue ich mich schon auf 23. Oktober. Die iBeacons-Technologie sowie Augmented-Reality-Anwendungen verfolge ich momentan noch mit einer gewissen Skepsis  -vielleicht lässt sich diese beim stARTcamp entkräften. Und da auf meinem Schreibtisch gerade Bücher wie „Think Content!“, „Epic Content Marketing“ und „Brand Content: Die Marke als Medienereignis“ darauf warten, gelesen zu werden, hoffe ich auf zusätzliche Inputs im Storytelling und Contentmarketing.  

 Christoph Pelzl, Leitung Presse und digitale Kommunikation JOANNEUM

stARTcamps sind für den Kulturbereich ein super Format um neue Ideen zu entwickeln, fast wie Brainstorming mit neuem Team. Genau das und das Lernen aus Erfahrungen anderer hat beim Camp in der Kunsthalle richtig gut funktioniert, weshalb ich dieses Jahr wieder dabei bin. Nicht nur für den Social Media Alltag sondern auch für größere digitale Projekte in Kulturbetrieben bringt das unkonventionelle Format viel mehr als der gewohnte Keynote Frontalvortrag. Ich bin gespannt auf die Erfahrungen der anderen Kommunikationsverantwortlichen und freue mich auf praxisnahe Sessions mit Inspirationen für ein noch innovativeres Kulturmarketing.

Lilian Sproedt, Online Marketing, MUSEUMSQUARTIER

Das letztjährige stARTcamp in der Kunsthalle Wien war ein unglaublich runder und dichter Tag: Das Format eines „Barcamps“ ist genial, die Themen waren so vielfältig, dass ich zeitgleich immer gerne bei mehreren Sessions gewesen wäre. Was ich mir von heuer erwarte? Wieder einen intensiven Tag des Austauschs und neue Perspektiven, die zum Weiterdenken einladen.

Lisi Perner, Projektmanagement und Social Media, BEN DORO DAD Werbeagentur GmbH (auf deren Website kann man übrigens wunderbar PONG spielen)

Bereits beim ersten stARTcamp Wien im letzten Jahr war ich von der Vielfalt und gleichzeitigen Dichte der Inhalte begeistert. Von und mit Menschen aus der Praxis in Form eins Barcamps Themen zu diskutieren finde ich für meine Arbeit inspirierend und bereichernd. Ich freue mich auf die diesjährige Veranstaltung im Essl Museum, auf neue Inputs und Perspektiven und natürlich auf die zahlreichen KollegInnen aus den anderen Institutionen.

Patrizia Büchele, Marketing und Presse, das TAG – Theater an der Gumpendorferstraße

Wer jetzt richtig Lust bekommen hat, einen ganzen Tag lang mit Kollegen aus dem Kunst- und Kulturbereich über Social Media zu reflektieren, sollte sich rasch eines der letzten Tickets sichern. Hier nochmals der Ticketlink: http://de.amiando.com/UKARWCM.html

Ein großes Danke auch nochmals an Christian Henner-Fehr und Michael Wuerges (Culture Disco), dafür, das wir das stARTcamp mit euch veranstalten dürfen!

Es lebe die Malerei!

17/09/2014
© Essl Museum, Johanna Weiss

by Günther Oberhollenzer

Hat die Malerei Zukunft?

Manchmal habe ich den Eindruck, der zeitgenössische Kunstbetrieb lebt von modeabhängigen Trends und Hypes, die dem verunsicherten Kunstliebhaber weismachen wollen, was gerade „en vogue“ ist, welche Kunst es zu betrachten, zu kaufen gilt. Dazu gehört es auch, die „Zeitmäßigkeit“ und „Modernität“ der Malerei immer wieder zu hinterfragen und diese klassische Gattung der Bildenden Kunst gegenüber den neuen Medien als überholt und antiquiert zu überführen. Auch in jüngerer Zeit sind über die Sinnhaftigkeit und die Zukunft der Malerei kontroverse Diskussionen geführt worden. Eigentlich ein alter Hut, denn in den letzten hundert Jahren wurde die Malerei schon mehrmals für tot erklärt und immer wieder behauptet, dass sie keinen Platz mehr in der Gegenwart habe. Künstlerinnen und Künstler loteten immer wieder die Möglichkeiten und Grenzen der Malerei aus, sie fanden zur reinen Abstraktion und zerstörten das Bild, sie verwendeten den Körper als Pinsel oder Leinwand und erweiterten das zweidimensionale Bild in den Raum. Mehrmals schien ein Endpunkt erreicht. Mehrmals schien alles erprobt, alles erzählt, alles gesagt worden zu sein. Künstlerinnen und Künstler widersetzten sich aber auch dem Zeitgeist. Sie malten weiter, egal ob mal wieder das „Ende der Malerei“ ausgerufen wurde und verliehen der Malerei dadurch immer wieder neue, starke Impulse. Bis zum heutigen Tag. Nein, die Malerei ist kein Auslaufmodell. Nicht nur, dass immer dann, wenn die Malerei im Kunstdiskurs als vernachlässigbar gehandelt wurde, diese mit ungeheuer Kraft ein Lebenszeichen von sich gab (man denke nur an jüngere Beispiele wie die „Neuen Wilden“ in den 1980er Jahren oder an die „Neue Leipziger Schule“ Ende der 1990er Jahre), die Malerei gehört – wie auch die Zeichnung, für die gleiches gilt – zu den unmittelbarsten Ausdrucksformen künstlerischer Kreativität und Vorstellungskraft. Auch in der zeitgenössischen Kunst. Sie wird es immer geben. Die Malerei bracht sich dabei nicht ständig neu erfinden oder irgendwelchen Trends anpassen. Ein Zeichenstift, ein Pinsel. Ein Blatt Papier oder eine Leinwand. Das genügt. Und eine ganze Welt kann entstehen.

 

Auch die Erweiterung der künstlerischen Techniken und Ausdrucksformen durch die neuen Medien muss nicht auf Kosten der Malerei gehen. Diese sind eine Bereicherung im so vielfältigen Kunstbetrieb, es gibt aber keinen Grund, dass deshalb die „traditionellen“ Medien verdrängt werden. Mit dem Aufkommen der Fotografie im 19. Jahrhundert glaubte man, die Malerei würde über kurz oder lang verschwinden. Doch das Gegenteil war der Fall. Durch die Erfindung der Fotografie konnte sie sich vom „Ballast“ des Abbildes befreien. Das Interesse verlagerte sich vom Motiv auf die Malweise, Künstler wie Cézanne oder Manet fassten das Bild nicht mehr als Fenster zur Welt auf, auf der ebenen Fläche wurde kein dreidimensionaler Raum mehr vorgetäuscht. Das Bild wurde vielmehr ein zweidimensionales Feld, in dem Ordnung von Formen und Farben relevant ist – eine parallele Realität zur Welt und nicht zu deren Abbildung. Und so kann auch in unserer Zeit die Malerei in Dialog mit der Gegenwart ihre eigenen Wege des Ausdrucks suchen oder sich auf ihre ureigenen Stärken berufen. Ich glaube gerade heute, in einer technisierten Welt, wächst wieder das Bedürfnis der Menschen nach gemalten Bildern, steigt die Nachfrage nach Authentizität und der Persönlichkeit der malenden Künstlerin, des malenden Künstlers. In einer multimedialen Gesellschaft, in der wir täglich von tausenden Bildern bombardiert werden, die morgen schon wieder nichtig sind, steigt die Sehnsucht nach einem Bild, das über den Moment hinaus bestehen kann, das die Zeit überdauern kann. In einer Welt, in der alles öffentlich gemacht wird, in der durch soziale Netzwerke und Medien gewollt und ungewollt jeder noch so privaten Winkel ausgeleuchtet wird, braucht es gemalte Bilder, die wieder geheimnisvoll und vieldeutig sind, in denen sich, um es mit den Worten von Neo Rauch zu sagen, „etwas Unbenennbares ansiedelt, das sich dem wörtlichen Zugriff entzieht“. Ja, ich glaube, heute ist die Stunde der Malerei.

 

Die Zukunft der Malerei

Malerei, aber auch die Zeichnung sichtbar machen, das künstlerische Potenzial zeigen, das es in Österreich auf diesem Feld gibt: das ist das Anliegen der Ausstellung >die zukunft der malerei<. Die Grafik wird hier bewusst auch genannt, da sie – ebenfalls ein wesentliches traditionelles Medium – Parallelen und Überschneidungen zur Malerei aufweist und Zeichnung wie Malerei im zeitgenössischen Kunstgeschehen bisweilen nur wenig Beachtung finden. Welche malerischen und zeichnerischen Positionen gibt es in Österreich zu entdecken? Welche Rolle spielen Malerei und Grafik in der österreichischen Kunstszene? Wie haben sie sich in den letzten Jahren entwickelt? Die Vorbereitungen und Künstlerauswahl für die Ausstellung sind als eine umfangreiche Recherche und Untersuchung angelegt. Von Mitte Februar bis Ende April konnten sich österreichische und in Österreich lebende und arbeitende Künstlerinnen und Künstler für die Teilnahme bewerben. Zur Einreichung zugelassen waren Malerei und Grafik. Die Rückmeldungen waren überwältigend: 756 Künstlerinnen und Künstler bewarben sich. Ich traf mit meinen Kuratorenkollegen Johanna Langfelder-Hain und Andreas Hoffer eine erste Vorauswahl von 46 Künstlerinnen und Künstlern, die wir dann im Mai und Juni in ihren Ateliers in ganz Österreich besuchten. Daraus wurden 23 künstlerische Positionen für die Ausstellung ausgewählt.

 

 

Da es kein Alterslimit für die Bewerbung gab sind in der Ausstellung Künstlerinnen und Künstler von 26 bis 72 Jahren vertreten. Auch Autodidakten und Künstler, die lange im Verborgenen gearbeitet haben sind unter den Entdeckungen. Das Verhältnis der Geschlechter ist sehr ausgeglichen, erst nachdem die Endauswahl getroffen war wurde nachgezählt: elf Künstlerinnen und zwölf Künstler (darunter ein Künstlerpaar). Die Mehrzahl lebt in der Bundeshauptstadt Wien, einige kommen aber auch aus den Bundesländern (Niederösterreich, Oberösterreich, Burgenland, Vorarlberg), zwei leben derzeit in Berlin. Die österreichische Staatsbürgerschaft war keine Voraussetzung, in Österreich lebende Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland, Bulgarien, Litauen, Russland und Syrien stellen eine große Bereicherung für das Projekt dar. Zu sehen sind Werke von Künstlerinnen und Künstler, die schon auf ein beeindruckendes Œuvre blicken können und auch eine recht rege Ausstellungstätigkeit aufzuweisen haben, aber auch solche, die noch ganz am Anfang stehen und über ein vielversprechendes künstlerisches Potenzial verfügen. Auch die Bandbreite der ausgewählten Positionen ist beeindruckend und reicht von Malereien in Öl, Acryl und Eitempera über installative, raumgreifende Arbeiten bis zu Holzschnitten, Tuschezeichnungen und Fotoübermalungen. Viele Künstlerinnen und Künstler vertrauen auf die „alte“ Stärke des klassischen Mediums, auf einer Leinwand, einem Holzplatte oder einem Blatt Papier mit Ölfarbe, Acryl oder Graphit ihre eigene Welt entstehen zu lassen, sei es nun figurativ oder abstrakt, unmittelbar spontan oder wohldurchdacht und streng komponiert. Die Erweiterung der Malerei in die dritte Dimension oder auch die Auslotung ihrer Grenzen wird zwar immer wieder angestrebt, ist aber nur selten überzeugend (drei überzeugende Beispiele gibt es aber in der Ausstellung). Es drängt sich deren Notwendigkeit nicht auf. Am stärksten scheint die Malerei und Zeichnung dann zu sein, wenn sie ganz bei sich bleibt und die Künstlerin, der Künstler versteht, ihre Stärken auszukosten.

 

Die Auswahl der Künstlerinnen und Künstler für die Ausstellung war ein intensiver wie spannender Prozess. Johanna Langfelder-Hain, Andreas Hoffer und ich diskutieren leidenschaftlich über Möglichkeiten und Grenzen von Malerei und Grafik, über Qualitätskriterien in der Kunst, über die Subjektivität unserer Entscheidungen. Besonders anregend und bereichernd waren für uns die Atelierbesuche, es machte große Freude, so viele interessante, unterschiedliche Menschen persönlich kennen zu lernen und im kreativen Umfeld des Ateliers einen unmittelbaren Einblick von ihrem künstlerischen Schaffen zu erlangen. Da es sich hier um meist noch nicht im Kunstbetrieb stark etablierte Künstlerinnen und Künstler handelt wurden wir mit ganz grundlegenden Fragen konfrontiert: Ist das gute Kunst? Worin liegt ihre Stärke? Gibt es ein Entwicklungspotenzial? Warum soll man diese Kunstwerke in einer Ausstellung zeigen? Oft war unsere Antwort: „Ja, für uns ist das eine starke künstlerische Position“ – wenn etwa eine junge Künstlerin mit großformatigen Baumstämmen hantiert und daraus Holzschnitte fertigt, die in ihrer archaischen Bildsprache zeitlos erscheinen, wenn ein Künstler ein Archiv von mehreren tausend gemalten Bildern anlegt und dadurch die Malerei als künstlerisches Medium, als Bildträger aber auch als Objekt thematisiert, wenn ein Maler die Grenzen zwischen Figuration und Abstraktion immer mehr verwischt bis sie nicht mehr wichtig erscheinen oder wenn eine Zeichnerin Geschichten voller Rätsel und surrealer Einfälle erfindet, … dann waren wir überzeugt: diese künstlerische Position soll gezeigt werden. Beeindruckt hat uns die hohe Qualität der Arbeiten, die große Bandbreite der künstlerischen Ausdrucksmittel, die Themenvielfalt. Basierend auf den Einreichungen, lässt sich erkennen, dass die Figuration gegenüber der Abstraktion dominiert. Überraschend stark durchsetzen konnten sich grafische Positionen. Ich bin der Meinung, dass Malerei und Grafik im zeitgenössischen Kunstgeschehen in Österreich zu geringe Beachtung findet. Nur weil sie kaum zu sehen ist, nicht oder nur wenig ausgestellt wird, heißt das nicht, dass es sie nicht gibt, dass in den Ateliers nicht vieles an spannender Malerei und Zeichnung entsteht. Wir möchten sie sichtbar machen. Die Ausstellung kann als ein klares, selbstbewusstes Statement für diese traditionellen Medien gesehen werden, aber auch als engagierte Förderung für eine in den meisten Fällen noch nicht stark in der Szene etablierten Kunst, die es sich lohnt zu entdecken. Nach all dem, was wir gesehen haben – über 700 Bewerbungen mit fast fünfzig Atelierbesuchen –, wage ich jedenfalls zu behaupten, dass Malerei und Grafik über ein äußerst vitales wie kreatives künstlerisches Potenzial verfügen, ja dass sie lebendiger denn je sind.

Günther Oberhollenzer

 

 

 

Die Ausstellung >die zukunft der malerei. eine perspektive< wird vom Fr, 03.10.2014 – So, 08.02.2015 im Essl Museum gezeigt. Eröffnung: Do, 02.10.2014, 19:30 Uhr
 

Folgende Künstlerinnen und Künstler nehmen an der Ausstellung teil: Ines Agostinelli, Alfredo Barsuglia, Adel Dauood, Cäcilia Falk, Irina Georgieva, Lena Göbel, Suse Krawagna, Eric Kressnig, Isabella Langer, Matthias Lautner, Larissa Leverenz, Leo Mayer, Robert Muntean, Peter Nachtigall,  Alfons Pressnitz, Vika Prokopaviciute, Thomas Riess, Bianca Maria Samer, Patrick Roman Scherer, Martin Veigl, Victoria Vinogradova, Christiane Wratschko, marshall!yeti.

Liebe und Tod im Werk von Adolf Frohner

10/09/2014

von Andreas Hoffer, Günther Oberhollenzer

 

„Ich versuche Kunst zu machen, weil ich Kunst liebe.“[1]

„Das Tödlichste in der Kunst ist, wenn sie langweilig ist und niemanden bewegt.“[2]

Adolf Frohner

 

Liebe und Tod, was für ein Gegensatzpaar, was für eine Möglichkeit, das Essenzielle unserer Existenz zu benennen! Es fehlt nur noch die Geburt, aber diese könnte ja die Frucht der Liebe sein, zumindest das Produkt eines sexuellen Aktes. In der Verbindung von Liebe und Tod erscheint der Tod wie die andere Seite des Menschseins, genauso dazugehörend wie die Liebe.

Unbestritten spielen große Emotionen, das Existenzielle, die Sexualität, die ewige Frage nach dem Schönen und Hässlichen, die Einsamkeit und Verworfenheit des Menschen bis zum Wissen um die Endlichkeit allen Seins im Werk des österreichischen Künstlers Adolf Frohner eine große Rolle. Eine Ausstellung in der Wiener Galerie Hilger im Jahr 1989 trug den Titel Liebe und Tod. Im Katalog findet sich ein immer noch lesenswertes Gespräch zwischen dem deutschen „Kunstpfarrer“ Friedhelm Mennekes und Adolf Frohner. Frohner hat in den frühen 1960er-Jahren wiederholt Objekte mit gebrauchten Matratzen entworfen. Diese „grindvollen“ Werke bezeichnet der Künstler in ebendiesem Gespräch als Symbol für die menschliche Existenz, so auch für Liebe und Tod: „Gibt es etwas Gültigeres für ein Denkmal des Menschen als eine Matratze? Auf ihr wird man gezeugt, geboren, auf ihr ruht man sich aus, schläft auf ihr, liebt und stirbt man.“ [3]

Als wir gebeten wurden, zum Thema Liebe und Tod im Werk von Adolf Frohner einen Katalogbeitrag zu verfassen, haben wir uns noch einmal ganz in die Bildwelten Frohners begeben, die Veränderungen seiner Malerei von den 1960er-Jahren bis in die 1990er-Jahre studiert und uns auf die Suche nach Liebe und Tod in seiner Motivwelt gemacht.

Adolf Frohner, Totenkopf, 1988, aus: Totenkopf-Mappe, Ed. 49/100, Radierung auf Papier, 100 x 49 cm, Foto: Mischa Nawrata, Wien, © Sammlung Essl Privatstiftung, Klosterneuburg / Wien

Adolf Frohner, Totenkopf, 1988, aus: Totenkopf-Mappe, Ed. 49/100, Radierung auf Papier, 100 x 49 cm, Foto: Mischa Nawrata, Wien, © Sammlung Essl Privatstiftung, Klosterneuburg / Wien

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Im Gespräch mit Autor Jürgen Bauer

02/09/2014

Den Auftakt für das Literaturprogramm des Essl Museums im Herbst 2014 macht am 3. September um 19 Uhr der in Wien lebende Schriftsteller Jürgen Bauer, derzeit eine der interessantesten Stimmen der jungen österreichischen Gegenwartsliteratur. Sein Roman „Das Fenster zur Welt“ erschien im Jahr 2013 und wurde von Kritik und Publikum enorm positiv aufgenommen. Das Buch erzählt von einer ungewöhnlichen Freundschaft und von den Entscheidungen, die das Leben prägen: Einem jungen Mann wird durch die Trennung von seinem langjährigen Partner plötzlich die Sicherheit genommen. Beim Speed Dating lernt er die 80-jährige Hanna kennen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft, die sie beide auf einen gemeinsamen Road Trip in die Vergangenheit führt. Rechtzeitig vor seiner Lesung habe ich ein Interview mit ihm gemacht.

Jürgen Bauer. Foto: Barbara Pálffy

Jürgen Bauer. Foto: Barbara Pálffy

Erwin Uhrmann: In Deinem Buch geht es um Aufbruch. Einerseits um den Aufbruch eines jungen, aber nicht mehr ganz jungen Mannes. Andererseits um den Aufbruch einer wirklich alten Dame. Ein Gespann, das ich so noch nicht in der Literatur vorgefunden habe. Wie bist Du auf diese Kombination gekommen?

Jürgen Bauer: Im Zentrum meines Buches steht die Frage nach den Entscheidungen, die ein Leben prägen. Welche Entscheidungen haben einen Menschen zu dem gemacht, der er ist? Wie zufällig waren sie, wie bewusst getroffen? Und daran anschließend die Frage: Kann man manche dieser Entscheidungen rückgängig machen, kann man ein Leben nochmal neu beginnen, ihm einen neuen Weg geben? Ich wollte diese Frage nicht anhand einer Figur in der Midlife-Crisis behandeln, sondern zeigen, dass sie alle Altersschichten betrifft. So habe ich einen jungen Mann und eine sehr alte Frau auf eine Reise geschickt, auf der sie ihre Lebensentscheidungen hinterfragen müssen.

Erwin Uhrmann: Hast Du selbst viel mit älteren Menschen zu tun? Pflegst Du Freundschaften zu älteren Menschen?

Jürgen Bauer: In meinem Freundeskreis finden sich Menschen aller Altersschichten, aber auch während meines Zivildienstes beim Roten Kreuz bin ich viel mit älteren Personen in Kontakt gekommen. Außerdem hatte ich das Glück, meine Urgroßmutter noch gekannt zu haben, da gab es also viele Einflüsse, Bekanntschaften und Eindrücke.

Erwin Uhrmann: Deine Protagonistin ist enorm cool, eigentlich die coolste Figur in Deinem Buch. Außerdem noch dazu sehr authentisch. Du hast Dich enorm gut in das Innenleben einer betagten Dame hineinversetzt. Wie hast Du das bewerkstelligt?

Jürgen Bauer: Beobachten, beobachten und wieder beobachten. Ich habe versucht, beim Schreiben alle Erinnerungen wieder wachzurufen und daraus eine Person zu formen. Ich wollte bewusst keine Klischee-Figur, eine gebrechliche alte Frau etwa, sondern einen Menschen, der am Ende seines Lebens nochmal einen Aufbruch wagt. Also habe ich nach Szenen gesucht, die diesen Entdeckergeist, diese Neugierde zeigen.

Erwin Uhrmann: „Das Fenster zur Welt“ ist ein wunderschöner und auch sehr passender Titel für Dein Buch. Hattest Du den Titel von Anfang an? Oder hast Du zuerst das Buch geschrieben und langsam zum Titel gefunden.

Jürgen Bauer: Der Titel stand schon in der ersten Manuskriptfassung, allerdings versteckt im Text. Es gab schon in dieser frühen Fassung das Bild des Fensters, durch das man zwar blicken und das Leben beobachten kann, das einen aber durch die Glasscheibe auch von diesem Leben ausschließt. Ein Fenster ist eben keine Tür, durch die man gehen kann. Ich muss meinem Verleger, Jürgen Schütz, danken, dass er dieses Bild im Text aufgespürt und als Titel vorgeschlagen hat.

Erwin Uhrmann: Könntest Du Dir vorstellen, dass Hanna und Michael gemeinsam in ein Museum wie das Essl Museum gehen? Wie würden die beiden auf die zeitgenössische Kunst reagieren?

Jürgen Bauer: Ich kann mir vorstellen, dass Hanna das Auto startet und Michael einfach mitnimmt. Hanna ist trotz ihres Alters sehr viel aufgeschlossener für neue Eindrücke, als Michael. Sie wäre sicher bereit, sich auf zeitgenössische Kunst einzulassen, selbst wenn sie zu Beginn vielleicht keinen Zugang dazu findet. Aber sie besäße die Offenheit, sich dennoch darauf einzulassen!

Erwin Uhrmann: Beschäftigst Du Dich selbst mit Gegenwartskunst? Hast Du LieblingskünstlerInnen?

Jürgen Bauer: Ich finde es wichtig, Einflüsse aus allen Kunstformen aufzunehmen, also auch der bildenen, zeitgenössischen Kunst. Die Frage nach LieblingskünstlerInnen ist sehr schwierig – ich würde vielleicht Cy Twombly, Yves Klein und Gerhard Richter nennen, auch wenn man da bei dem einen oder anderen das “zeitgenössisch” weglassen müsste! Aber gerade Gerhard Richter mit seiner Infragestellung der Realitätsabbildung hat mich sehr beeindruckt.

Erwin Uhrmann: An was arbeitest Du derzeit? Kannst Du uns etwas über Deine nächsten Projekte verrate

Jürgen Bauer: Ich arbeite gerade an meinem zweiten Roman, über den ich noch nicht wirklich etwas verraten möchte. Es wird um den Zusammenhang von Kontrolle und Angst gehen, aber mehr kann ich noch nicht verraten. Also auf der Septime-Homepage auf dem Laufenden halten!

Erwin Uhrmann: Du hast den Sommer in Berlin am Literarischen Colloquium verbracht. Wie war es? Hast Du viel geschrieben?

Jürgen Bauer: Ich hatte ein Zimmer mit Blick über den Wannsee und viel Zeit zum Schreiben, es war also wunderbar! Ich finde es großartig, dass es solche Räume gibt, die Zeit zum konzentrierten künstlerischen Arbeiten, aber auch zum Austausch und zu Diskussionen bieten. Das ist gerade am Anfang eines künstlerischen Weges sehr wichtig, wie ich finde!

Jürgen Bauer liest am Mittwoch, den 3. September bei freiem Eintritt im Essl Museum! Die weiteren Lesungen des Literaturherbstes finden Sie hier: http://www.essl.museum/musik__literatur/literatur/lesungen

Die ESSL ART AWARD CEE – Preisträger Teodora Axente und Alin Bozbiciu gehen ihren Weg

20/08/2014
Teodora Axente, Descent, 2014, Foto: Günther Oberhollenzer

Die rumänische Stadt Cluj hat in den letzten Jahren durch eine äußerst vitale Kunstszene, insbesondere auf dem Feld der Malerei weit über die Grenzen des Landes für Aufsehen gesorgt. Auf Einladung der Südtiroler Galeristin Doris Ghetta besuchte Kurator Günther Oberhollenzer im Frühjahr 2014 zahlreiche Künstlerateliers in Cluj, um einen Einblick in die aktuelle Kunst dieser Region zu gewinnen. Daraus wurden fünf Künstlerinnen und Künstler für die Ausstellung „Tales of the Valley“ ausgewählt, darunter auch die ESSL ART AWARD CEE – Preisträger Teodora Axente (2011) und Alin Bozbiciu (2013).

Viel ist in den letzten Jahren von Malerei aus Cluj zu hören gewesen. Deshalb nahm ich die Einladung der Galeristin Doris Ghetta gerne an, mir für einige Tage Anfang Mai vor Ort ein Bild der dortigen Kunstszene zu machen. Auf unserer Reise begleiteten uns der Südtiroler Architekt Igor Comploi, die Südtiroler Künstler Robert Bosisio, Willi Crepaz und Walter Moroder sowie die rumänische Künstlerin Teodora Axente. Axente war uns eine große Hilfe, sie stellte zahlreiche Künstlerkontakte her und führte uns durch die Künstlerbezirke (wie z.B. der bekannten Fabriksanlage „fabrica de pensule“). Unterstützung erhielten wir aber auch von Bosisio, der in Cluj seine zweite Heimat gefunden hat und viele der dort lebenden Künstlerinnen und Künstler am Beginn ihrer Laufbahn gefördert hat. Wir besuchten rund zwanzig Ateliers – eine intensive, spannende Erfahrung, es war ein große Freude, so viele interessante wie unterschiedliche Menschen und ihre künstlerischen Welten kennen zu lernen. Nach dem Ende der Atelierbesuche und intensiven Diskussionen wählten wir schließlich fünf künstlerische Positionen aus. In der noch bis Oktober laufenden Ausstellung „Tales of the Valley“ in Pontives (Südtirol) sind neue Malereien von Teodora Axente, Alin Bozbiciu, Oana Farcas und Sergiù Toma sowie neue Zeichnungen von Dan Beudean zu sehen.

Die Malereiszene in Cluj ist sehr lebendig und vital – dieser Eindruck hat sich bei meinem Besuch verfestigt. Die Künstlerinnen und Künstler schöpfen aus der malerischen Tradition des Landes (wie etwa dem Sozialistischen Realismus) und versuchen doch, ihre ganz eigene, individuelle künstlerische Sprache zu finden. Das ist nicht immer leicht und gelingt nicht immer – nicht zuletzt auch aufgrund des Hypes, der in den letzten Jahren rund um die dortige Malerei betrieben wurde. Schon ist vom „neuen Leipzig“ die Rede und Sammler, Kuratoren und Galeristen aus der halben Welt pilgern in die Stadt, auf der Suche nach jungen Talenten für die nächste Ausstellung, die nächste Kunstmesse, das nächste Kulturevent. Die verstärkte Aufmerksamkeit von außen wird in Cluj natürlich positiv gesehen, gibt es doch kaum kaufkräftige Sammler innerhalb Rumäniens und viele träumen wohl von einer Karriere außerhalb ihres Heimatlandes. Doch gleichzeitig ist damit für die Künstlerinnen und Künstler auch ein großer Druck verbunden – der Druck, den in sie gestellten Erwartungshaltungen nicht gerecht zu werden. Damit verbunden ist aber auch die Gefahr einer Selbstüberschätzung und die Versuchung, gefällige Werke nach dem ausländischen Geschmack zu „produzieren“. So war es für mich nicht nur spannend, die künstlerischen Arbeiten zu sehen sondern auch, wie Künstlerinnen und Künstler mit dem „Ruhm“ und den ersten Erfolgen umgehen.

Ich bin überzeugt, dass die fünf in der Ausstellung zu sehenden Künstlerinnen und Künstler es geschafft haben, ihre eigene künstlerische Sprache zu finden und sie selbstbewusst ihren Weg gehen werden, unabhängig davon, wie lange die Aufmerksamkeit der Kunstwelt anhält und wie lange es dauern wird, bis der Tross der sogenannten Kunstexperten weiterzieht, um sich auf die Suche nach dem nächsten Hype zu machen. Exemplarisch möchte ich die künstlerische Arbeit der zwei ESSL ART AWARD CEE – Preisträger Teodora Axente und Alin Bozbiciu kurz vorstellen.

 

„Für mich drücken Farben Wörter und Gefühle aus, es ist wie eine Therapie, aber in gleichem Maße auch eine Möglichkeit, die Welt zu erkunden und zu bezwingen“, sagt Teodora Axente.

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“Ich bin ein Kritzler geblieben…” Hans Staudacher und die österreichische Moderne

28/07/2014
Hans Staudacher in seinem Atelier, Foto: Sammlung Essl

Das Essl Museum rückt mit der Ausstellung >österreichische moderne – staudacher und zeitgenossen< die Arbeiten von Hans Staudacher, einem der wichtigsten Vertreter der Avantgarde in Österreich nach 1945 in den Mittelpunkt.

Im Mai 2014 hatte Kuratorin Viktoria Tomek gemeinsam mit Sammlerin Agnes Essl die Gelegenheit, den Künstler in seinem riesigen Atelier in der Ankerbrot – Fabrik zu besuchen und mit ihm über sein in mehr als 50 Jahren geschaffenes Werk zu sprechen.

Hans Staudacher in seinem Atelier, 2014, Foto: Sammlung Essl

„Für mich ist malen Lebensvollzug“ antwortet Hans Staudacher, als ich ihn frage, was ihn zur Kunst gebracht hat. Der Künstler erzählt, dass sich sein kreatives Talent bereits in der Schule gezeigt hat, wenn er, sehr zum Missfallen seiner Lehrer, die Schulbank bekritzelt hat: „Damals war ich noch kein Maler, sondern nur ein Malheur“. Weiterlesen…

Sprachlosigkeit überwinden. Moderne Kunst als Kommunikationsmittel zwischen alten und jungen Menschen

01/07/2014

Gemeinsam mit Lehrerin Elisabeth Neudorfer entstand in einer mehrstufigen Zusammenarbeit ein Projekt, in dem Schüler des Evangelischen Gymnasiums in 1110 Wien mit den Bewohnern der im selben Gebäude befindlichen Hausgemeinschaft im Diakoniewerk über die Sprache der Bilder kommunizierten. Inhalte aus dem Museum sollten so für die alten Menschen mit allen Sinnen erleb- und erfahrbar werden.

 

Elisabeth Neudorfer, die mit Andreas Hoffer und Adelheid Sonderegger vom Essl Museum das Projekt entwickelt hat, beschreibt die Projektidee: „Es hat sich gezeigt, dass dort, wo bei dementen Menschen die Sprache als Kommunikationsmittel versagt, das gemeinsame Malen hilft, Kontakte herzustellen. Mit den Kunstvermittlern des Essl Museums wurden folgende Überlegungen angestellt: Wie können wir Bilder als Kommunikationsmittel einsetzen? Welche Lernerfahrungen können SchülerInnen dabei machen? Wie können wir beim Übersetzen der Bilder in andere Medien möglichst viele Sinne der BewohnerInnen stimulieren?“ [1]

Andreas Hoffer und Adelheid Sonderegger von der Kunstvermittlung im Essl Museum haben die Zusammenarbeit mit den Schülern, aber auch dem Wohnheim für alte Menschen als sehr fruchtbar und inspirierend erlebt: „Wir haben das Projekt sehr spannend gefunden, auch weil es nicht klar war, wie weit die Schüler dieser doch außergewöhnlichen Situation gewachsen sein würden, den z.T. dementen älteren Menschen mit vielen Sinnen etwas von ihrer Handlungsfähigkeit zurückzugeben, eine Kommunikation ohne viel Sprache zu ermöglichen.“ Weiterlesen…

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